Hier finden Sie eine Sammlung rund um die Thematik Gender Wissen.

Bedingt durch unterschiedliche Lebensbedingungen und gesellschaftliche Werte und Normen finden Männer und Frauen in vielerlei Hinsicht unterschiedliche Chancen vor, sich am sportlichen Leben zu beteiligen. Das hat auch Auswirkungen auf die Entwicklung von Interessen von Mädchen und Buben.

Gender Mainstreaming ist eine international anerkannte Strategie, um unterschiedliche Bedürfnisse wahrzunehmen und soziale Unterschiede, sowie strukturelle Ungleichheiten sichtbar zu machen und zu hinterfragen.

Wesentlich ist, dass bei allen Entscheidungen, Projekten und Vorhaben der Politik und Verwaltung die unterschiedlichen Lebensrealitäten und Bedürfnisse von Frauen und Männern im Vorhinein zu berücksichtigen sind.

Gender Mainstreaming geht alle Geschlechter etwas an!

Gender Mainstreaming und Frauenförderung sind dabei einander ergänzende Strategien.

Solange geschlechtsspezifische Ungleichheiten zum überwiegenden Teil zu Lasten von Frauen gehen, ist Frauenförderung unerlässlich. Gender Mainstreaming schafft zusätzlich günstige strukturelle Rahmenbedingungen.

Betrachtet man Gender Mainstreaming als Managementaufgabe, können die einzelne Schritte in Form einer Spirale beschrieben werden. Datenerhebung, gendersägregierte Zahlen und Fakten bilden dabei die Grundlage allen weiteren Handelns.

100 % Sport - Gendermainstreaming Spirale

Gender Kompetenz Definitionen

Genderkompetenz ist die Fähigkeit, relevante Geschlechteraspekte zu erkennen und gleichstellungsorientiert zu bearbeiten. Sie ist Voraussetzung für erfolgreiches Gender-Mainstreaming und  umfasst folgende Basiskompetenzen (Kronberger, 2014 Vier-Säulen-Modell Genderkompetenz) :

Wissen

Diese Säule als Voraussetzung zur Entwicklung von Genderkompetenz umfasst das Wissen über Geschlecht als soziokulturelle Strukturkategorie, über Stereotype Rollenbilder von Männern und Frauen, über die physische und psychische Entwicklung von Mädchen und Buben und ihre Trainierbarkeit, über geschlechtergerechte Unterrichtsmethoden, über hinderliche und förderliche Aspekte in der Arbeit mit gleichgeschlechtlichen und gemischtgeschlechtlichen Gruppen.

Wollen/Haltung

  • Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen
  • Bereitschaft zur Reflexion eigener Haltungen
  • Bereitschaft, auf mehr Geschlechtergerechtigkeit hinzuarbeiten

Reflexion

  • der eigenen Geschlechterbilder
  • von Werten und Normen
  • Erwartungshaltung an Menschen unterschiedlichen Geschlechts

Können/Handeln

  • Fähigkeit und Fertigkeit, Potentiale jenseits stereotyper Zuschreibungen zu fördern
  • Fähigkeit und Fertigkeit, den Trainingsalltag und Trainingssettings so zu gestalten, dass sich alle gut einbringen können/gut lernen können und individuelles Lernen ermöglicht wird
  • Fähigkeiten und Fertigkeiten, die notwendig sind, um Differenzen wahrzunehmen
  • Analysekompetenz von Ungleichheiten

Die Theorie besagt, dass das Überlappen verschiedener sozialer Identitäten/Kategorien wie u.a. Ethnizität, Geschlecht, Sexualität und Alter dazu führt, dass Menschen die Welt unterschiedlich wahrnehmen und von der Welt wahrgenommen werden. Unsere intersektionalen Identitäten positionieren uns im sozialen Gefüge und können somit zu Mehrfach-Diskriminierung einer Person führen. Mit anderen Worten, die Benachteiligung, die ein junger homosexueller Mann im Sport erfährt, unterscheidet sich erheblich von den Hindernissen, denen sich eine heterosexuelle ältere Frau im Sport gegenüber sieht.

Das Erkennen dieser unterschiedlichen Erfahrungen kann dazu beitragen, Gespräche anzuregen und Empathie zwischen Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund aufzubauen.

Quelle: https://www.dictionary.com/browse/intersectionality