FAQ

FAQ2021-03-12T09:38:52+01:00
Was ist Gender Budgeting?2021-03-05T13:21:06+01:00

Fachausdruck für geschlechterbezogene und -gerechte Budgetpolitik. Bei Gender Budgeting geht es um das Sichtbarmachen der geschlechterspezifischen Auswirkungen von Budgetentscheidungen, sowohl einnahmenseitig (Steuern, Abgaben etc.) als auch ausgabenseitig (Förderungen, Zuteilung von Mitteln etc.). Gender Budgeting ist kein zusätzlicher Budgetposten, sondern es werden die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen und Männern berücksichtigt und die Geschlechterverhältnisse systematisch in die Budgetgebarung einbezogen. Ziel ist eine gerechte Verteilung der finanziellen Mittel zwischen den Geschlechtern. Durch die Entwicklung von quantitativen und qualitativen Indikatoren können Fortschritte in Richtung Gleichstellung von Frauen und Männern überprüft werden.

Gender Budgeting ist somit das finanzpolitische Instrumentarium der gleichstellungspolitischen Strategie des Gender Mainstreaming. Es ist ein wirkungsvolles Analyse- und Steuerungsinstrument, das Geschlechtergerechtigkeit auch durch eine veränderte Haushaltsführung bzw. -politik herstellt. Das impliziert die Annahme, dass die herkömmliche Haushaltspolitik ungerechte Verteilungseffekte produzieren kann und Mädchen/Frauen und Jungen/Männer somit nicht den gleichen Zugang zu staatlichen Leistungen haben.

 

Grundlegendes Anliegen ist daher:

Überprüfung der öffentlichen Haushalte aus der Geschlechterperspektive

  • zur Identifizierung bestehender Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen und budgetpolitischer Maßnahmen, die diese aufrecht erhalten oder vertiefen
  • als Grundlage für budgetpolitische Maßnahmen zu ihrer Beseitigung/Verringerung.

Gender Budgeting besteht somit aus zwei untrennbar zusammenhängenden Phasen:

    1. Wie ist der Ist-Zustand?
    2. Welcher Soll-Zustand soll angestrebt werden, und wie kommt man zu diesem Soll-Zustand?

Gender-Budget-Analyse Projekte

Gender-Budget-Analysen machen den Zusammenhang zwischen Budgeteinnahmen und -ausgaben und konkreten Personen sichtbar. Geschlechtsspezifische Leistungen (Input), Ergebnisse (Output) sowie Wirkungen (Outcome) von Budgets werden erhoben. Wie der gesetzlich verpflichtende Ansatz des Gender Mainstreaming, liefert auch der systematische Einsatz von Gender-Budget-Analysen wichtige Grundlagen für die Verbesserung der Gleichstellung der Geschlechter. Die Verwendung öffentlicher Mittel kann auf dieser Grundlage effizienter werden und die Gleichstellung stärker unterstützen. Gender-Budget-Analysen stellen daher einen wichtigen Baustein bei Gender Mainstreaming Prozessen dar.

Als wichtige Rahmenbedingungen sind zu nennen:

  • Verständnis des Prozesscharakters von GBA Projekten
  • Bewusstsein über die Bedeutung von Gleichstellungszielen
  • Einbinden von Gender-Budget-Analysen in allfällige Gender Mainstreaming Prozesse (GBA als Implementierungsstrategie von Gender Mainstreaming)
  • Einbindung von Gender-Budget-Analysen in allfällige wirkungsorientierte Verwaltungsreformen (Output- und Outcome-Orientierung), das bedeutet:
    • Die politischen Gleichstellungziele sind gemeinsam von Politik und Verwaltung zu formulieren
    • Entsprechend der jeweiligen AdressatInnen sind demnach unterschiedliche         geschlechterspezifische Wirkungsziele zu formulieren, die operationalisierbar sein müssen
  • Klarer politischer Auftrag (impliziert Bereitstellung von personellen und ggf. materiellen Ressourcen)
  • Für die Formulierung von gleichstellungsbezogenen Wirkungszielen ist eine entsprechende Grunddatenbasis nötig. Mit GBA Projekten kann eine aussagekräftige Datengrundlage zur Definition fachspezifischer Wirkungsziele erarbeitet werden
  • Eine partielle Analyse eines Budgetbereiches ist noch kein Gender Budgeting
  • Werden bei der Gender-Budget-Analyse geschlechtsspezifische Ungleichheiten festgestellt, sind (budget)politische Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung zu treffen

Bei Gender-Budget-Analyse Projekten sind immer zu beachten:

  • Klare Projektstruktur (Steuerung, Verantwortlichkeiten, Zeit- und Arbeitsplan, Projektziele, Evaluierung)
  • Aktive Einbeziehung der verantwortlichen Einheiten
  • Gender Kompetenz bei Durchführenden
  • Wissen zu Gender-Budget-Analysen bei Durchführenden
  • Möglichkeit zur begleitenden Beratung der Durchführenden (durch verwaltungsinterne oder externe ExpertInnen)

Nutzen von Gender-Budget-Analysen

  • Identifizieren von Disparitäten und Ableitung notwendiger Förderungen benachteiligter Gruppen im Sinne der Gleichstellung
  • Verbesserung der Informationsgrundlagen bezüglich bestehender Gleichstellungsdefizite und der Gender Effekte budgetpolitischer Maßnahmen und für Budgetplanung und -kontrolle
  • Unterstützung der Wirkungsorientierung in den Bereichen der Budgetplanung, Budgetdurchführung und Budgetkontrolle
  • Schaffung von Voraussetzungen für politisches (Um)steuern
  • Ergänzung und Konkretisierung von Gender Mainstreaming Prozessen
  • Erhöhung der Sensibilität von Politik und Verwaltung gegenüber Gleichstellungsaspekten
  • Verbesserung von Effektivität, Effizienz und Zieladäquanz öffentlicher Ausgaben (wichtiger Bestandteil verstärkter Wirkungsorientierung)
  • Erhöhung der Transparenz der Aktivitäten der öffentlichen Hand

Quelle: European Institute for Gender Equality (2019). Gender Mainstreaming. Gender Budgeting. Luxembourg: Publications Office of the European Union

Accessed online 25.11.2020 at: https://eige.europa.eu/gender-mainstreaming/methods-tools/gender-budgeting

Was versteht man unter Intersektionalität?2021-03-05T13:19:21+01:00

Die Theorie besagt, dass das Überlappen verschiedener sozialer Identitäten/Kategorien wie u.a. Ethnizität, Geschlecht, Sexualität und Alter dazu führt, dass Menschen die Welt unterschiedlich wahrnehmen und von der Welt wahrgenommen werden. Unsere intersektionalen Identitäten positionieren uns im sozialen Gefüge und können somit zu Mehrfach-Diskriminierung einer Person führen. Mit anderen Worten, die Benachteiligung, die ein junger homosexueller Mann im Sport erfährt, unterscheidet sich erheblich von den Hindernissen, denen sich eine heterosexuelle ältere Frau im Sport gegenüber sieht.

Das Erkennen dieser unterschiedlichen Erfahrungen kann dazu beitragen, Gespräche anzuregen und Empathie zwischen Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund aufzubauen.

Quelle: https://www.dictionary.com/browse/intersectionality

Was ist Genderkompetenz?2021-03-12T10:00:40+01:00

Gender Kompetenz Definitionen

Genderkompetenz ist die Fähigkeit, relevante Geschlechteraspekte zu erkennen und gleichstellungsorientiert zu bearbeiten. Sie ist Voraussetzung für erfolgreiches Gender-Mainstreaming und  umfasst folgende Basiskompetenzen (Kronberger, 2014 Vier-Säulen-Modell Genderkompetenz) :

Wissen

Diese Säule als Voraussetzung zur Entwicklung von Genderkompetenz umfasst das Wissen über Geschlecht als soziokulturelle Strukturkategorie, über Stereotype Rollenbilder von Männern und Frauen, über die physische und psychische Entwicklung von Mädchen und Buben und ihre Trainierbarkeit, über geschlechtergerechte Unterrichtsmethoden, über hinderliche und förderliche Aspekte in der Arbeit mit gleichgeschlechtlichen und gemischtgeschlechtlichen Gruppen.

Wollen/Haltung

  • Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen
  • Bereitschaft zur Reflexion eigener Haltungen
  • Bereitschaft, auf mehr Geschlechtergerechtigkeit hinzuarbeiten

Reflexion

  • der eigenen Geschlechterbilder
  • von Werten und Normen
  • Erwartungshaltung an Menschen unterschiedlichen Geschlechts

Können/Handeln

  • Fähigkeit und Fertigkeit, Potentiale jenseits stereotyper Zuschreibungen zu fördern
  • Fähigkeit und Fertigkeit, den Trainingsalltag und Trainingssettings so zu gestalten, dass sich alle gut einbringen können/gut lernen können und individuelles Lernen ermöglicht wird
  • Fähigkeiten und Fertigkeiten, die notwendig sind, um Differenzen wahrzunehmen
  • Analysekompetenz von Ungleichheiten
Was ist Gender Mainstreaming?2021-03-12T10:01:06+01:00

Bedingt durch unterschiedliche Lebensbedingungen und gesellschaftliche Werte und Normen finden Männer und Frauen in vielerlei Hinsicht unterschiedliche Chancen vor, sich am sportlichen Leben zu beteiligen. Das hat auch Auswirkungen auf die Entwicklung von Interessen von Mädchen und Buben.

Gender Mainstreaming ist eine international anerkannte Strategie, um unterschiedliche Bedürfnisse wahrzunehmen und soziale Unterschiede, sowie strukturelle Ungleichheiten sichtbar zu machen und zu hinterfragen.

Wesentlich ist, dass bei allen Entscheidungen, Projekten und Vorhaben der Politik und Verwaltung die unterschiedlichen Lebensrealitäten und Bedürfnisse von Frauen und Männern im Vorhinein zu berücksichtigen sind.

Gender Mainstreaming geht alle Geschlechter etwas an!

Gender Mainstreaming und Frauenförderung sind dabei einander ergänzende Strategien.

Solange geschlechtsspezifische Ungleichheiten zum überwiegenden Teil zu Lasten von Frauen gehen, ist Frauenförderung unerlässlich. Gender Mainstreaming schafft zusätzlich günstige strukturelle Rahmenbedingungen.

Betrachtet man Gender Mainstreaming als Managementaufgabe, können die einzelne Schritte in Form einer Spirale beschrieben werden. Datenerhebung, gendersegregierte Zahlen und Fakten bilden dabei die Grundlage allen weiteren Handelns.

100 % Sport - Gendermainstreaming Spirale

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