Unter dem Motto Fortschritte messen, Herausforderungen bewältigen, Zukunft gestalten lud 100% Sport – das Österreichische Zentrum für Genderkompetenz und Safe Sport am Dienstag, 10.06.2025, zur Gendertagung 2025 ins Haus des Sports ein. Im Zentrum der Veranstaltung stand die Präsentation der Ergebnisse der “All In Plus” Studie, die im Zuge eines Gemeinschaftsprojekts der EU und des Europarats für den Zeitraum 2023 bis 2025 in 21 Ländern durchgeführt wurde. Wie 2019 im „All In“ Projekt hatte 100% Sport die Koordination erneut für die Datenerhebung übernommen.
Präsentation der Studienergebnisse
Die Ergebnisse zeigen, dass ein Ungleichgewicht in der Verteilung von Ämtern im Sport nach wie vor gegeben ist. Veränderung passiert nur sehr langsam:
- 82% der Führungskräfte in den teilnehmenden Organisationen (Olympische Bundessport-Fachverbände, ÖOC, ÖPC) sind männlich.
- Im Bereich Coaching sind 83% der Trainer*innen Männer.
- Im Schiedsrichterwesen liegt der Anteil der Frauen bei lediglich 8%.
- Unter den Athlet*innen, die bei Wettbewerben im Spitzensport teilnehmen, sind 66 Prozent Männer und 34 Prozent Frauen.
- Von allen akkreditierten Journalist*innen für die Olympischen Spiele in Paris waren 77% männlich.
Podiumsdiskussion mit hochrangigen Vertreter*innen aus Politik und Sport
Am Podium Platz nahmen die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung – Eva-Maria Holzleitner, Sportstaatssekretärin – Michaela Schmidt, der Präsident des Österreichischen Olympischen Comités (ÖOC) – Horst Nussbaumer, die Präsidentin des Österreichischen Paralympischen Committees (ÖPC) – Maria Rauch-Kallat sowie die Präsidentin von 100% Sport – Rosa Diketmüller. Durch die Diskussion führte Viktoria Mall.
Neben persönlichen Erlebnissen teilten die Diskutierenden Einblicke in Entwicklungen der unterschiedlichen Institutionen und Zukunftsvisionen. Angesichts stagnierender Entwicklungen in den meisten Bereichen (bspw. Leadership, Coaching und/oder Teilnahme am Sport) wurden einerseits freie Verpflichtungen angesprochen, andererseits wurde auf Verbindlichkeiten eingegangen, um dem Ziel der Geschlechtergerechtigkeit näherzukommen.
ORF Sport + übertrug die Präsentation sowie die Diskussion live.
Nach der Diskussion folgten weitere Programmpunkte. 100% Sport ging genauer auf die Datenerhebung und deren Limitationen ein. Danach folgten Einblicke in in die Gleichstellungsarbeit von Fachverbänden aus Fachverbandssicht. Es präsentierten die Generalsekretärin des Österreichischen Schwimmverbands – Julia Powischer, die Generalsekretärin des Österreichischen Judoverbands – Corina Korner sowie der Generalsekretär des Österreichischen Triathlonverbands Herwig Grabner.
Als letzter Programmpunkt erfolgte die feierliche Verleihung des Gender Equality Awards. Mit der Verleihung werden langjährige Genderbeauftragte geehrt. Herzliche Gratulation an die Preisträgerinnen:
Abzeichen in Gold (10-jährige Tätigkeit):
- Isabell Hochstöger (Österreichischer Fußballverband)
- Abzeichen in Bronze (3-jährige Tätigkeit): Doris Makik (Billard Sportverband Österreich)
- Julia Powischer (Österreichischer Schwimmverband)
