Am 22. Juni wurde initiiert von Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt und dem BMWKMS das Kick-off für die Erarbeitung des Österreichischen Safe Sport Kodex eingeleitet. Der Kodex soll auf der Expertise von 100% Sport aufbauend gemeinsam mit Sport Austria und dem BMWKMS erarbeitet werden.

Für 100% Sport war der 22. Juni 2026 mehr als der Auftakt eines neuen Prozesses. Es war ein wichtiger Meilenstein auf einem Weg, den wir seit vielen Jahren gemeinsam mit Funktionär*innen, Athlet*innen, Trainer*innen und Partnerorganisationen gehen.

Tagtäglich erleben wir in unserer Arbeit, wie wichtig sichere Strukturen im Sport sind. In Schulungen, in der Begleitung von Schutzkonzepten und insbesondere über die Vertrauensstelle vera* erreichen uns Fragen, Unsicherheiten und Berichte von Menschen, die Unterstützung suchen. Menschen, die nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Menschen, die Orientierung brauchen. Und Organisationen, die Verantwortung übernehmen wollen, aber oft an die Grenzen bestehender Strukturen stoßen.

In den vergangenen Jahren wurde im österreichischen Sport viel aufgebaut: Präventions- und Schutzbeauftragte wurden ausgebildet, Schutzkonzepte entwickelt, Sensibilisierungsmaßnahmen gesetzt und Beratungsangebote geschaffen. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass Unterstützung, Aufarbeitung und Verfahren vielfach noch vom Engagement einzelner Personen oder Organisationen abhängen. Genau deshalb setzt sich 100% Sport seit langem für die Weiterentwicklung des bestehenden Safe-Sport-Systems ein.

Mit dem nun vom Sportministerium eingeleiteten Prozess besteht die Möglichkeit, einen gemeinsamen verbindlichen Rahmen für den gesamten österreichischen Sport zu schaffen. Ziel ist es, bestehende Maßnahmen nicht zu ersetzen, sondern weiterzuentwickeln und Synergien zu schaffen. Ein Safe Sport Kodex soll künftig gemeinsame Standards, mehr Orientierung und mehr Handlungssicherheit für alle Beteiligten schaffen.

Unsere Vision ist ein österreichischer Sport, in dem jede Person vor Gewalt geschützt ist und Betroffene rasch Hilfe und Unterstützung erhalten. Wir sprechen seit vielen Jahren darüber, dass es neben Engagement und guten Einzelmaßnahmen auch ein starkes Gesamtsystem braucht. Umso wichtiger ist es, dass dieser Prozess nun gemeinsam mit dem organisierten Sport gestartet wird“, betont Univ.-Prof.in Dr.in Rosa Diketmüller, Präsidentin von 100% Sport.

Besonders ermutigend war für uns die große Beteiligung beim Kick-off. Zahlreiche Vertreter*innen des organisierten Sports haben deutlich gemacht, dass sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und die Weiterentwicklung von Safe Sport aktiv mitzugestalten.

Sicherer Sport braucht nicht nur Haltung – er braucht ein System, das auf gemeinsamen Standards und Prävention fußt, klare Zuständigkeiten definiert und Betroffenen verlässlich Unterstützung bietet.

Bild: Kick-off Österreichischer Safe Sport Kodex, 22. Juni 2026 Haus des Sports, Wien

Fotocredits: 100% Sport